Im Herbst letzten Jahres wurden wir vom Deutschen Imkerbund (DIB) wieder Mal aufgefordert, ein Glas Honig für die Marktkontrolle einzusenden. Da wir das Warenzeichen des DIB nutzen, ist das alle paar Jahre erforderlich. Damit wird überprüft, ob wir die erhöhten Qualitätsanforderungen des DIB für das Warenzeichen auch erfüllen.
Diesmal wählten wir den Robinienhonig 2025 aus. Er erhielt in allen Kriterien der Sinnesprüfung die volle Punktzahl. Auch der Wassergehalt war mit 16,2% weit unter dem Grenzwert von 18,0% für das DIB-Glas. Die Invertaseaktivität lag mit 139,5 weit über dem Normwert von 60. Beide Messwerte stehen für einen überdurchschnittlich gut von den Bienen gereiften Honig.
Die Pollenanalyse wiederspiegelt die Trachten am Standort unserer Bienen. Der Robinienpollen ist im Honig immer unterrepräsentiert, er muss mindestens 20% betragen, mit 23,5% haben wir einen guten Wert erreicht. Die hohe Anzahl der Rapspollen von 26,3% überrascht nicht, denn Rapspollen ist stark überrepräsentiert. Raps ist die Tracht vor der Robinie und wir lassen nach der Rapsschleuderung die Waben von den Bienen reparieren und ausbauen. Dabei wird der Resthonig verbraucht, aber die Rapspollen bleiben übrig. Genauso wie die Pollen des Frühtrachthonigs (Himbeere, Obst, Kastanie, Weide und Ahorn).
Im Herbst beteiligten wir uns mit zwei Honigen am Berliner Honigwettbewerb. Mit beiden Losen errangen wir das Prädikat Silber. Als Los 1 wählten wir den Rapshonig. Mit 16,0% Wassergehalt hatten wir einen preiswürdigen Honig. Als Schmankerl gab es für jeden Honig eine Pollenanalyse. Unser Rapshonig enthält 93,1% Rapspollen. Da dieser immer stark überrepräsentiert im Honig auftritt, ist als unterer Grenzwert 80% festgelegt. Unsere Bienen hatten also einen super Job geleistet. Die Mängel hat der Imker zu verantworten. Die Prüfer entdeckten kleine Bläschen an der Oberfläche, sowie Honigspuren am Innenrand des Glases.
Als zweites Los reichten wir den Sommertrachthonig ein. Auch dieser Honig ist mit 16,2 % Wassergehalt ein Premiumhonig. Diesmal bemängelten die Prüfer Honigspuren an der Deckeleinlage. Dieser Fehler führte automatisch zur Abstufung in Preisklasse 2 (Silber), obwohl unser Honig mit 4,83 Punkten den Wert für Preisklasse 1 (Gold) erreichte.
Eine Überraschung war für uns das Ergebnis der Pollenanalyse. Im Jahr 2024 hatte unserer Sommertrachthonig 92,6% Lindenpollen. Für den Wettbewerbshonig 2025 wurde 20,4% Lindenpollen festgestellt, 63,5% waren Pollen vom Götterbaum. Da sieht man. ohne eine Pollenanalyse kann kein Imker sicher sein, was seine Bienen wirklich gesammelt haben und er tut im Zweifel gut daran, die Sorten besser als Frühtracht-, Sommertracht- oder Blütentrachthonig zu deklarieren. Da der Wettbewerbshonig vom Standort Gartenarbeitsschule in der Friedrichshagener Straße stammt, werden wir den Honig vom Standort Hirschgarten weiter als Sommertrachthonig mit Linde vermarkten. Den Grenzwert von 20% Lindenpollen erfüllen wir sicher.
Die drei Honiguntersuchungen haben einen Wert von ca. 315 Euro und geben uns wichtige Informationen für unsere Arbeit und Vermarktung.
























